Polizei schließt es nicht aus: War Hitler Antisemit?

Eigentlich kann man es ja nur gutheißen, wenn die Polizei bemüht ist, keine voreiligen Schlüsse zu ziehen, dennoch stellen sich mir bei Formulierungen wie: „Die Polizei schließt einen antisemitischen/rechtsextremen/rassistischen Hintergrund nicht aus,“ immer wieder die Nackenhaare auf. So hieß es auch heute wieder nach einem Brandanschlag auf die Synagoge in Worms. Was soll denn bitte sonst der Hintergrund eines Synagogenbrandes sein, wenn nicht Antisemitismus? Gefiel den Tätern die Architektur nicht? War es Versicherungsbetrug, ein Kampf rivalisierender militant-jüdischer Gruppen oder „Feuerteufelei“, die nur durch Zufall ihr Ziel in einer Synagoge fand? Wichtiger als alle abstrakten und meist ebenso schwülstigen wie aussagelosen Bekenntnisse gegen Antisemitismus an den üblich-verdächtigen Gedenktagen wäre es, ihn dann zu benennen, wenn er gewalttätig auftritt. Ist ein bloßes: „Die Polizei geht von Antisemitismus als Tatmotiv aus,“ denn zu viel verlangt?

Die Polizei sagt immerhin nicht nein....
Die Polizei sagt immerhin nicht nein…

Ob dieser Antisemitismus dann neonazistisch-rechts, antiimperialistisch-links, arabisch- beziehungsweise palästinensisch-nationalistisch oder islamistisch gerahmt ist, bleibt nach dem Text des Bekennerschreibens freilich unklar: „Sobald ihr nicht den Palästinensern Ruhe gebt, geben wir euch keine Ruhe.“ In Sachen „nicht ganz korrektem Deutsch“ sind sich diese Tätergruppen ja ebenso ähnlich wie im Hass auf die Juden.